Lehrer – aber warum eigentlich? (Teil I)

Hier geht es zu Teil 2 und Teil 3 meiner Reihe „Lehrer – aber warum eigentlich?“


Abi in der Tasche, Zivildienst beendet. Hallo Welt! Hier komm ich!

Doch wohin eigentlich? Was soll ich denn werden? Wie geht es jetzt weiter? Während meines Zivis hatte ich versucht auf die Filmhochschule nach München zu kommen. Irgendwie. Regisseur, das könnte ich ganz gut. Glaube ich.

Doch es sollte wohl nicht sein.

Da mein Vater als Geisteswissenschaftler und meine Schwester als zukünftige Germanistik-Anglistik-Magister-Akademikerin schon mal eine klare Richtung vorgaben, entschied ich mich auch zu einem Anglistik- und Germanistikstudium, allerdings mit Staatsexamen. Also Lehrer – aber warum eigentlich?

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Quelle: paukerblog

Ich hatte eine sehr, sehr, sehr bewegende Schulzeit hinter mir. Mit mehrfachen Rekorden in Zuspätkommen, unzähligen Einträgen wegen „nicht angemessenen“ Verhaltens und zu guter Letzt eine handfeste Auseinandersetzung mit einem meiner Lehrer, sodass ich nicht nur die Schule verlassen musste, sondern auch zusätzlich noch in eine andere Stadt umziehen musste, um überhaupt die Möglichkeit zu bekommen, mein Abitur zu machen. Also von Papa zu Mama gezogen und die Oberstufe noch irgendwie zu einem einigermaßen guten Ende gebracht. Das war die Kurzform.

Doch trotz der wenigen Aufs und vielen Abs meiner Schulkarriere, gab es tatsächlich einige Lehrer, an die ich noch immer mit allerhöchstem Respekt denke und denen ich sehr viel zu verdanken habe. Es waren die Art von Lehrer, mit denen ich auf Beziehungsebene klar kam. Das Fach war da fast egal. Einer meiner Lieblingslehrer schaffte es, mich von einem kümmerlichen Punkt in 12/1 bis zu 14 Punkten in 13/2 zu hieven. Und das in Bio! Ein Fach, das ich eigentlich so überhaupt nicht cool fand. Doch er schaffte es innerhalb zweier Jahre, meine 5,5 in eine 1 zu verwandeln. Besser gesagt, mich dazu zu bringen, mich derartig zu verbessern und für ein Fach zu begeistern, für das ich so herzlich wenig übrig hatte.

Ralph Waldo Emerson, amerikanischer Philosoph, sagte einmal: „Was wir am nötigsten brauchen, ist ein Mensch, der uns zwingt das zu tun, das wir können.“ Wie Recht er hat.

Ich hatte leider nicht sehr viele solche Lehrer, vielleicht drei oder vier. Aber ich erkannte, wie viel man als Lehrer bei jungen Menschen bewegen kann. Das fand ich zutiefst beeindruckend. Und das war auch der eigentliche Grund für mich, Lehrer zu werden. Das wollte ich auch schaffen!

Deswegen also Lehrer. Und ich kann sagen, dass ich (noch) sehr zufrieden mit meiner damaligen Wahl bin. Ich bin wirklich Lehrer aus Leidenschaft und meine Schüler liegen mir sehr am Herzen. Und das ist ehrlich gemeint.

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6 Gedanken zu “Lehrer – aber warum eigentlich? (Teil I)

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