Lehrer – aber warum eigentlich? (Teil III)

Hier geht es zu Teil 1 und Teil 2 meiner Reihe „Lehrer – aber warum eigentlich?“


Heute war Schülerversammlung. Alle Schüler kamen in der Aula zusammen und unser Direktor erklärte ihnen zunächst, wie unsere Schule nach den Sommerferien aussehen wird. Wir haben nämlich im Moment eine dezent riesige Baustelle in und um unser Schulhaus. Laut. Nervig. Anstregend. Und vor allem laut. Sehr laut. Aber das Schuljahr ist ja Gott sei Dank bald gelaufen. Noch kurz durchhalten. Dafür wird es dann im neuen Schuljahr noch viel cooler werden, an dieser Schule zu arbeiten. Yeah!

Anschließend ging es noch um weitere strukturelle Veränderungen im neuen Schuljahr, die Überreichung der Ehrenurkunden der Bundesjugendspiele, die Aushändigung der Zertifikate von diversen Praktika und ähnliches.

Bevor es dann in die offene Fragerunde ging, erläuterte unser Chef noch, wie es im kommenden Jahr mit dem Kollegium weiter gehen wird. Einige Neue werden hinzukommen, einige Ältere werden in ihren wohlverdienten Ruhestand gehen. Bei manchen Namen kam ein kurzes Raunen aus den Schülerreihen, bei anderen ein langgezogenes „Ooohhh! Wie schade!“

Als der Schulleiter dann zum Schluss ankündigte, dass ich, Herr paukerblog, im kommenden Schuljahr mit vollem Lehrauftrag an der Schule sein werde (Im Moment werde ich an zwei verschiedenen Schulen eingesetzt, ein Schicksal, welches viele Studienräte, die an Gemeinschaftsschulen arbeiten, teilen.), kam plötzlich ein tosender Applaus und lautes Gröhlen auf und die Schüler sahen mich an und jubelten und klatschten. Unfassbar. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wahnsinn! Mir lief es eiskalt den Rücken runter. Ich meine sogar, dass ich für den Bruchteil einer Sekunde kurz davor stand, feuchte Augen zu bekommen. Ein unbeschreiblich gutes Gefühl. Ich habe die Liebe und Freude der Kids in den Augen gesehen und eine grandiose Anerkennung für meine Arbeit bekommen. Gänsehautmoment. Ohne Scheiß. ALTER! Das war so krass…

Ich glaube wirklich, so anstrengend der Lehrerberuf auch sein kann, dass es so ein direktes Feedback, ob man seine Arbeit gut oder schlecht macht, in kaum einem anderen Job gibt. Das heute war natürlich ein absolutes Highlight und kommt selbstverständlich nicht ständig im Alltag vor, aber kleine Gesten der Schüler, ein anerkennendes Lächeln, ein netter Gruß im Schulhaus oder das Strahlen, wenn ein Schüler stolz auf seine Leistung ist, sei es das erreichte Abitur oder auch nur eine einzelne gute Antwort und das darauffolgende Lob des Lehrers,  können diesen Beruf so schön machen.

Danke!

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4 Gedanken zu “Lehrer – aber warum eigentlich? (Teil III)

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