Arbeiten an der Gemeinschaftsschule

Ich bin Oberstudienrat an einer Gemeinschaftsschule. Ähnlich wie Sting in New York. Als Englishman. Alien. Oder so.

Ganz so schlimm ist es natürlich nicht, aber Übertreibungen fördern ja bekanntlich die Anschaulichkeit.

An einer Gemeinschaftsschule ist die Heterogenität so hoch, wie nirgendwo sonst (im Sekundarschulbereich). In einer Klasse sitzen (im Idealfall) ca. 1/3 Gymnasiasten, 1/3 Realschüler und 1/3 Hauptschüler. Das bedeutet Arbeitsblätter, Aufgaben, Tests und Klassenarbeiten auf drei unterschiedlichen Niveaustufen erstellen. Puh. Das ist schon mal sehr aufwendig. Wirklich. Aber die wahre Herausforderung liegt im Unterrichten. Einen binnendifferenzierten Unterricht in einer solch heterogenen Lerngruppe ist alles andere als einfach. Wirklich! 

Das beinhaltet einen deutlich höheren Vorbereitungsaufwand, Korrekturaufwand und Mehrarbeit. Die Schwierigkeit, Schüler auf so unterschiedlichen Niveaus ideal und nach ihren Bedürfnissen zu fördern, ist anspruchsvoll. Sehr anspruchsvoll. Und ich weiß, ich werde dem nicht immer gerecht. Das ist ätzend. Wirklich. Ich habe einen recht hohen Anspruch an meine Schüler und einen noch höheren an mich selbst. Ich will etwas bewegen. Deshalb bin ich Lehrer geworden. Ich möchte den mir anvertrauten Kids gerecht werden, sie fördern, ihnen Hilfe geben sich zu verbessern und für sie da sein, wenn sie mich brauchen. Ich bin kein Lehrertyp, der seinen Unterricht macht und geht. Das bin nicht ich. Und genau deswegen ist es teilweise sehr schwierig immer zufrieden zu sein. Mit meiner Leistung.

Was ich allerdings deutlich merke ist, dass sich einiges getan hat. Ich habe mein erstes Schuljahr hinter mir und bin extrem zufrieden und glücklich mit meiner Entscheidung, an die GMS gegangen zu sein. Vor allem an diese. Und mein Unterricht ist schon jetzt deutlich flexibler geworden, individualisierter und anders, als ich ihn bisher am Gymnasium gemacht habe.

Es ist schön zu sehen, was unterhalb der Schüler passiert, wenn Kids mit so unterschiedlichen Backgrounds zusammen arbeiten und zusammen sind. Die Mischung macht’s.

Ich muss noch mehr Unterrichtserfahrung sammeln und länger in dieser Schulform arbeiten, um ein abschließendes Urteil fällen zu können, aber im Moment bin ich mehr als zufrieden. Wirklich.

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Ein Gedanke zu “Arbeiten an der Gemeinschaftsschule

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