England – here we come!

Brexit. Schottland. Cameron. Johnson. May.

Eine Tragödie shakespearschen Ausmaßes spielt sich gerade im Vereinten Königreich ab, auf großer Bühne. Mit Pathos, Drama, Phobos, Eleos und Fremdschämen. Schuldzuweisungen, Lügen, Halbwahrheiten und sogar Mord.

Einen schönen TED Talk zu dem Thema gibt es hier:

 

Ohne jetzt zu sehr in eine Diskussion zu dieser komplizierten und komplexen Problematik einzusteigen, denke ich an die Zukunft. Die nächste Generation. Und da bin ich umso stolzer und erfreuter darüber, dass ich mit meiner Klasse im Oktober nach England fahren werde. Und das nicht „nur“ als Klassenfahrt, sondern als Studienreise. Erfahrung. Erlebnis. Interkultureller Austausch. Knüpfen von Freundschaften. Und vieles mehr.

Als ich an die Gemeinschaftsschule gekommen bin, war es mein Traum, eine Partnerschule in England zu finden. Nach einigen Gesprächen mit Kollegen von anderen Schulen und auf Bildungsmessen o.ä. stellte sich allerdings schnell eine gewisse Ernüchterung ein. Mein Nachbar, Lehrer an einem alteingesessenen Gymnasium, erklärte mir, dass er über zwei Jahre versucht hatte, eine englische Partnerschule zu finden – erfolglos. Also was tun? Ich nahm an diversen Fortbildungen teil: Erasmus, E-Twinning, Interkulturelles Lernen und und und. Enttäuscht kam ich von jedem dieser Kurse zurück. Aussichtslos. Scheiße.

Aber wer mich kennt weiß, ich gebe nicht so schnell auf, wenn ich mir mal was in den Kopf gesetzt habe. Dann muss ich es halt auf meine Art versuchen… Weil Google ja mein Freund ist, fragte ich ihn mal nach Schulen in und um London sowie im Süden Englands. Ich verfasste eine E-Mail und schickte sie an gefühlte 200 Schulen. Das Tolle war, dass tatsächlich einige Antworten kamen. Leider hauptsächlich Absagen, da viele englische Schulen keinen Deutschunterricht anbieten und deswegen verständlicherweise wenig Interesse an Partnerschulen in Deutschland haben. Aber es gab dann doch auch ein paar wenige, die ein leichtes Interesse hinterlegten. Und dann kam Caroline. Eine Schulleiterin aus Südengland. Auf eine erfrischend freundliche und offene Art, signalisierte sie mir ein prinzipielles Interesse und so schickten wir uns einige E-Mails hin und her, in denen ich ihr das Konzept, das ich mir vorstelle, genauer erläutern konnte. Die Chemie stimmte von Anfang an und so wurde der Kontakt enger und intensiver. Sie verwies mich an eine Kollegin, die „Head of Languages“ und von da an tauschte ich mich mit ihr direkt aus. Kathryn. Mit hohem Engagement und vollem Einsatz setzte sie sich in außergewöhnlichem Maße dafür ein, dass unsere Partnerschaft Gestalt annehmen konnte.

Inzwischen sind alle Vorbereitungen getroffen und im Oktober fahre ich mit ca. 50 Kids zusammen nach England. Wir werden die Schule besuchen, einen gemeinsamen Ausflug mit den englischen Schülern unternehmen und so die Jugendlichen zusammenbringen. Ich für meinen Teil hoffe, viel zu lernen, vor allem dahingehend, wie sie es schaffen, in einem eingliedrigen Schulsystem alle Schüler auf ihrem Niveau ideal zu fördern.

Zu Beginn starteten wir zunächst mit E-Mail-pals und die Schüler schickten sich (zunächst) E-Mails hin und her. Inzwischen hat sich das ganze ein bisschen verschoben von E-Mails hin zu WhatsApp, Skype, Facebook, Instagram und gemeinsame Online-Game-Sessions. Ach ja, die Jugend heutzutage… 🙂

Wir erhoffen uns, dass die Jugendlichen, die Zukunft, die nächste Generation sich begegnet, voneinander lernt, und kulturelle Unterschiede zu schätzen lernt. Als wir unsere Partnerschaft begannen war von Brexit keine Rede. Heute ist der interkulturelle Austausch mit England vielleicht so wichtig wie nie zuvor. Und ich bin gespannt, aufgeregt und freue mich riesig auf die kommenden Erlebnisse!

Um unsere Reisekosten zu minimieren haben wir uns verschiedene Dinge überlegt. Unsere engagierten Elternvertreterinnen haben uns eine Tombola auf dem alljährlichen Volksfest organisiert, ich habe ein Schreiben aufgesetzt und bei regionalen Unternehmen sowie bei Schulpartnern aus der Industrie und Wirtschaft um Spenden und Sponsorengelder angefragt. Stand heute haben wir schon weit über 1500€ Geldspenden und zig riesige Kartons voller Sachpreise für die Tombola erhalten. Wahnsinn!

Die Kids und ich sind nun voller Vorfreude auf unsere Studienfahrt! Trotz – oder gerade wegen des Brexits.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s