Fortbildung! Yay or nay? 

Seit Juli 2016 bin ich für das Schulamt als Fachberater für Unterrichtsentwicklung in den Fächern Englisch, Deutsch und im Bereich Hochbegabung tätig. Lehrerfortbildung. Erwachsenenbildung. Weiterentwicklung von didaktischen und pädagogischen Konzepten. Spannend!

Fortbildungen sind, nun ja, sagen wir mal, unterschiedlich…

Als Teilnehmer an Fortbildungen bin ich oft enttäuscht und unzufrieden nach Hause gegangen. Ich hatte das Gefühl, nicht mehr zu wissen als zuvor. Ich hatte selten eine so gute, praxisnahe Fortbildung, nach der ich dachte, ich kann das Gelernte direkt morgen im Unterricht umsetzen. Leider. Im Gegenteil: Oft kamen mir Fortbildungen eher als Zeitverschwendung und Absitzen von Lebenszeit vor. Ernüchternd. Woran liegt das? Für mich sind einige Punkte essentiell: die fachliche Kompetenz und Praxiserfahrung des Referenten, die Aufbereitung des Themas, die ausgeteilten Materialien, der Bezug zur Unterrichtspraxis sowie eine nachvollziehbare und fundierte theoretische Grundlage des Themas.

Wenn all diese mir wichtigen Parameter erfüllt werden, bin ich zufrieden, je mehr dieser Punkte nicht erfüllt sind, desto unzufriedener bin ich mit der Fortbildung, wobei mir manche Dinge wichtiger sind als andere. Kurzum, es muss interessant und umsetzbar sein, neuer Input und frische Ideen.

Ich probiere gerne neue Unterrichtsansätze aus und bin da recht experimentierfreudig. Meine Schüler kennen das schon… Aber manches von dem, was ich mir in Fortbildungen angehört habe, war, gelinde gesagt, fernab jeglicher Umsetzbarkeit und Unterrichtsrealität. Somit auch unnütz. Im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht zu gebrauchen. Und ich fürchte, so geht nicht nur mir, sondern vielen anderen Teilnehmern auch. Im Endeffekt ist man als Lehrer in seiner Zeit begrenzt und oft dachte ich, anstatt hier in der Fortbildung zu sitzen, könnte ich jetzt auch sinnvollere Dinge mit meiner Zeit anfangen, wie beispielsweise die Arbeit zu korrigieren, die noch zuhause auf dem Schreibtisch wartet, das Arbeitsblatt, das ich morgen ausgeben muss fertig zu machen und natürlich noch die Email an die Jugendherberge zu schicken, zu der wir in drei Wochen auf Klassenfahrt gehen. Alles, wirklich alles davon, erscheint mir wichtiger und sinnvoller, als hier in der Fortbildung zu sitzen…

Das Kultusministerium hat Fort- und Weiterbildung als einen zentralen Punkt in ihrem Bildungskonzept verankert, und das zurecht. Allerdings ist das verlorene Liebesmühe, wenn die Fortbildungen nicht die Qualität haben, die sie haben müssten.

Wenn ich meine Fortbildungen gebe, versuche ich, alle oben genannte Punkte zu berücksichtigen und den Teilnehmern das Gefühl zu vermitteln, alles was sie hier hören, können sie auch so umsetzen. Was das bisherige Feedback angeht, sieht es so aus, dass ich das auch einigermaßen hinkriege, wenn auch natürlich nie alle Teilnehmer gleich zufrieden nach Hause gehen. Ich erachte es auch als äußerst sinnvoll und gewinnbringend, wenn sich nicht nur einzelne Lehrer einer Schule zu einer Fortbildung anmelden, sondern wenn sich ganze Fachschaften gemeinsam fortbilden lassen, was mehrere positive Dinge mit sich bringt. Die Fortbildung kann passgenau auf die Fragen der Gruppe vorbereitet werden, gemeinsamer Austausch und Diskussionen sind eher zielführend als bei einer gemischten Gruppe, innerhalb der Fachschaft können direkt Konzepte geplant werden und eventuell sogar noch ein Nachfolgetermin vereinbart werden, in dem die Umsetzung gemeinsam reflektiert werden kann. Ich denke das wäre ein Ansatz, der diskutiert werden sollte. 

In Zukunft werde ich vielleicht auch Fortbildungsinhalte in diesem Blog verlinken, sodass meine Leser einen Einblick in meine Arbeit erhalten können.

Welche Erfahrungen hast du mit Fortbildungen gemacht? Was ist dir wichtig für eine gute Fortbildung? Ich freue mich auf deine Kommentare. 

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